Böhm zur Digitalisierung: Freiräume ermöglichen, Unterstützung garantieren, Stellen schaffen

Landtags-Bildungssauschuss diskutiert über Schuldatenverwaltung und den richtigen Weg bei der Umsetzung der Digitalisierung an bayerischen Schulen

„Die digitale Schule kommt nicht von selbst“ – dies wurde heute in der Sitzung des Bildungsausschusses des Bayerischen Landtags deutlich, deren Kernthema die Digitalisierung an den Schulen war. „Der Bayerische Realschullehrerverband begrüßt daher die breit angelegte Debatte sehr. Die vielen gestellten Anträge, die ausführliche Diskussion und die vielen richtigen Lösungsansätze verdeutlichen einmal mehr, wie wichtig die pädagogisch sinnvolle Umsetzung des Digitalisierungsprozesses gerade an den Schulen ist – und dass dies endlich auch in vollem Umfang in der Politik angekommen ist. Nun müssen Taten folgen und entsprechende Rahmenbedingungen an den Schulen geschaffen werden – technische und personelle Unterstützungssysteme vor Ort sind unbedingt auszubauen“, betont Jürgen Böhm, Landesvorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbands (brlv).

Dass der Umgang mit digitalen Medien viel stärker bereits an den Universitäten verankert werden müsse, ist auch eine Forderung des brlv. „Es ist gerade in der heutigen Zeit unerlässlich, dass die angehenden Kollegen vollauf über sämtliche Bausteine des Digitalisierungsprozesses informiert sind. Nur so können digitale Medien als pädagogischer Mehrwert sinnvoll in den Unterricht eingebaut werden, nur so können Lehrkräfte die Schüler voll und ganz auf die Lebenswirklichkeit vorbereiten – hierzu gehört auch, sie über Chancen und Risiken der Digitalisierung aufzuklären. All diese Kenntnisse und Fertigkeiten müssen möglichst bereits im Studium erlernt werden“, so Böhm weiter. Damit Digitalisierung in der Praxis gelinge, müssten den Lehrkräften entsprechende Freiräume zur Verfügung gestellt werden – beispielsweise für das Erstellen von digital verfügbaren Unterrichtsmaterialien, für schulinterne Fortbildungen, zur Erstellung von Konzepten an der jeweiligen Schule und für den intensiven Austausch mit Kollegen zum Thema Digitalisierung.

Ein eigenes Fach „Digitalkunde“ einzuführen, sei jedoch nicht notwendig, erklärt Böhm. Mit dem Fach Informationstechnologie (IT) seien die Realschulen in Bayern bereits hervorragend aufgestellt und besäßen gerade im Bereich der Digitalisierung eine Vorreiterrolle in Bayern und Deutschland. Brisanten Themen wie beispielsweise dem Cybermobbing, dem Umgang mit digitalen Quellen oder sozialen Netzwerken widme man sich intensiv und unabhängig von einem speziellen Fach. „Der Digitalisierungsprozess ist untrennbar mit der Wertebildung, der Demokratieerziehung und der politischen Bildung verknüpft und somit eine Querschnittsaufgabe von Bildung über alle Unterrichtsfächer hin weg“, so Böhm.

Nicht minder wichtig sei es, sich bewusst zu machen, dass Geräte wie Tablets und Laptops auch gewartet und betreut werden müssen: „In diesem Kontext verweise ich auf die wichtige Rolle der Systembetreuer und Administratoren der Schulnetzwerke. Für diese entscheidende Schnittstelle von Bildung und Digitalisierung – ebenso wie für alle anderen Realschullehrkräfte, die sich im Bereich Digitalisierung weit über die eigentliche Unterrichtsverpflichtung hinaus engagieren – muss der Freistaat eine ausreichende Anzahl an Anrechnungsstunden zur Verfügung stellen“, fordert Böhm. Der Bericht des Kultusministeriums zum Schulverwaltungsprogramm ASV habe gezeigt, wie wichtig Systembetreuer und Administratoren für einen reibungslosen Ablauf des digitalen Schulalltags seien. Außerdem mache der Bericht deutlich, wie sensibel das Thema Datenschutz sei. „Für den brlv ist grundsätzlich wichtig, dass Datensicherheit für Schüler, Eltern und Lehrer permanent gewährleistet sein muss. Ein sensibler Umgang mit diesen personenbezogenen Daten ist unabdingbar, gleichzeitig darf die Handlungsfähigkeit der Schulen nicht eingeschränkt werden“, so der brlv-Landesvorsitzende abschließend.

Pressekontakt: Judith Kadach, 089 553876


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