„Herzschlag und Hightech für Deutschlands Schülerinnen und Schüler“ – Bayern übernimmt Präsidentschaft der Bildungsminister- und Wissenschaftskonferenz der Kultusministerkonferenz (KMK) 2026
Wir waren vor Ort bei der gemeinsamen Pressekonferenz von Kultusministerin Anna Stolz und Wissenschaftsminister Markus Blume.
Die Bildungs-MK wird in diesem Jahr von Bayern unter der Präsidentschaft von Staatsministerin Anna Stolz geleitet .
Das Motto: „Challenge up: Herzschlag und Hightech für Deutschlands Schülerinnen und Schüler!“.
Die Ministerin setzt auf folgende Schwerpunktthemen:
- verantwortungsvolle digitale Bildung:
„digitale Bildung heißt für mich nicht mehr Zeit vor dem Bildschirm, sondern mehr Kompetenz“. „Kompetenz schafft Resilienz im Netz und im echten Leben“
- Sport und Bewegung:
„In digitalen Welten ohne natürlich Grenzen braucht es einen starken Gegenpol (…) Sport bringt die jungen Menschen zurück in die echte Welt (…) Sport ist der Gamechanger. Kinder lernen sich anzustrengen, auch mal zu scheitern und wieder aufzustehen“.
- „Herzensbildung“:
„Werte lassen sich nicht verordnen, man muss sie fühlen, zusammen erleben, im fairen Wettkampf, in gemeinsamen Ritualen“
- gesunde und positive Leistungskultur:
„Wir trauen jungen Menschen etwas zu und zeigen, dass Leistung auch etwas verdammt Cooles ist.“ Laut Stolz ist Leistung nichts „Bedrohliches“ sondern „Freude am eigenen Können“.
Der Bayerische Rundfunk hat brlv-Vorsitzenden Ulrich Babl im Anschluss um eine Einschätzung gebeten. Diese folgt im Wortlaut:
"Die von Staatsministerin Stolz gesetzten Schwerpunkte sind grundsätzlich sinnvoll, zeitgemäß und richtig akzentuiert. Zugleich handelt es sich um ein ausgesprochen ambitioniertes Vorhaben. Für die konkrete Umsetzung auf KMK-Ebene wünschen wir der Staatsministerin eine glückliche Hand, Durchsetzungskraft, Durchhaltevermögen und einen klaren Kompass, denn all das wird sie brauchen.
Besonders hervorzuheben ist ihr Fokus auf einen positiven Leistungsbegriff und die Förderung der Basiskompetenzen.
Angesichts des bundesweiten Leistungsrückgangs der Schülerinnen und Schüler ist Leistungsorientierung in Verbindung mit gezielter, verbindlicher Förderung zwingend erforderlich.
Der Grundsatz 'Fördern und Fordern' darf dabei nicht zur Floskel verkommen, sondern muss konsequent und messbar umgesetzt werden. Eine gesunde Leistungskultur bedeutet, dass Leistung eingefordert, gefördert und anerkannt wird. Leistung muss für Schülerinnen und Schüler eine Herausforderung darstellen, an der sie wachsen können und darf nicht mit Druck gleichgesetzt werden.
Zentral ist dabei auch die Verknüpfung von Leistung mit der Klarheit und Wertigkeit von Schulabschlüssen. Nur wenn hinter jedem Abschluss eine nachweisbare, anspruchsvolle Leistung steht, behalten Abschlüsse ihre Aussagekraft und Akzeptanz. In diesem Zusammenhang ist es ausdrücklich richtig und notwendig, die Ergebnisse der IQB-Bildungstrends kritisch zu analysieren und daraus konkrete Konsequenzen abzuleiten.
"Leistung ist etwas verdammt Cooles' hat die Ministerin gesagt. Es wäre in der Tat verdammt cool, wenn hier alle Bundesländer mitziehen und man gemeinsam die bildungspolitische Challenge annimmt.
Ob die gesetzten Schwerpunkte erfolgreich umgesetzt werden können, wird maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, auf KMK-Ebene verbindliche Akzente zu setzen und diese auch länderübergreifend konsequent mit Leben zu füllen. Wir hoffen, dass Staatsministerin Stolz ihre Präsidentschaft nutzt, um genau diese Impulse zu setzen und dabei die bildungspolitischen Baustellen in Bayern nicht vernachlässigt."