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Pressemitteilung

brlv-PM 03/2026 zum „Gesamtkonzept Unterrichts- und Personalversorgung im Schuljahr 2026/2027“

Mit der heutigen Veröffentlichung des „Gesamtkonzepts Unterrichts- und Personalversorgung im Schuljahr 2026/2027“ durch das Bayerische Kultusministerium und den begleitenden Äußerungen von Kultusministerin Anna Stolz in einer Pressemitteilung liegt nun schwarz auf weiß vor, wovor der brlv eindringlich gewarnt hat: Die verheerenden Auswirkungen des Stellenmoratoriums erreichen mit voller Wucht die Realschulen!

Was auf den ersten Blick recht harmlos und technokratisch formuliert daherkommt – „bestehendes Personal verstärkt einsetzen“, „den Bedarf an die Situation vor Ort anpassen“ oder „Entscheidung über konkrete bedarfssenkende Maßnahmen in Eigenverantwortung der Einzelschulen“ – entpuppt sich bei genauer Betrachtung als massiver Einschnitt in die Unterrichtsversorgung und absehbare Absenkung der Bildungsqualität.

Wenn steigende Schülerzahlen ausdrücklich mit Maßnahmen infolge des Stellenmoratoriums verknüpft werden und die Absenkung von Personalbedarfen den Einzelschulen vor Ort übertragen wird, bedeutet das konkret: Größere Klassen, Aufhebung von Gruppenteilungen und Verzicht auf freiwillige Intensivierung, zum Beispiel durch Förderkurse für sowohl leistungsschwache als auch leistungsstarke Schülerinnen und Schüler. „Das ist kein Gestaltungsspielraum, das ist die Verlagerung politischer Sparmaßnahmen in die Verantwortung der Schulen, denen zum kommenden Schuljahr rund eine Lehrerstelle weniger zur Verfügung stehen wird“, so brlv-Vorsitzender Ulrich Babl.

„Der brlv hat stets deutlich gemacht, dass ein Stellenmoratorium für das laufende Jahr zwangsläufig zu einer Verschlechterung der Lernbedingungen führt. Genau diese Entwicklung tritt nun ein. Die Kolleginnen und Kollegen vor Ort sollen nun eigenverantwortlich entscheiden, wo sie ‚bedarfssenkende Maßnahmen‘ ergreifen und müssen das Ergebnis einer verfehlten Personalpolitik abfedern! Das ist nicht nur fachlich problematisch, sondern auch ein schwerer Schlag für die Motivation“.

Anspruch vs. Realität: Ein Widerspruch in sich

Besonders widersprüchlich erscheint unter diesen Umständen der gleichzeitig geplante Marketingturbo des Kultusministeriums für den Lehrkräftenachwuchs, während im Sommer fertig ausgebildete Lehrkräfte kein Angebot für eine Festanstellung erhalten und von einem Überangebot an Bewerberinnen und Bewerbern gesprochen wird.

Wer einerseits den Bedarf betont, andererseits aber voll ausgebildete Lehrkräfte nicht in den Staatsdienst übernimmt, sendet ein fatales Signal an den Nachwuchs und untergräbt die Glaubwürdigkeit der Personalplanung. So verliert man Vertrauen!

„Was hier als flexibles strategisches Managementinstrument verkauft wird, ist in Wahrheit ein knallhartes Sparprogramm zulasten unserer Schülerinnen und Schüler und der Realschullehrkräfte. Die Schulfamilie soll ausbaden, was im Haushaltsgesetz vom Bayerischen Landtag falsch und kurzsichtig entschieden wurde“, kritisiert Babl.

Am Ende steht eine bittere Erkenntnis: Die vorgesehenen Maßnahmen führen zwangsläufig zu einer Verschlechterung der Bildungsqualität für unsere Kinder und Jugendlichen. Größere Klassen, weniger individuelle Förderung und der Wegfall bewährter pädagogischer Angebote sind die Konsequenz.

Für eine Personalplanung, auf die sich unsere Realschulen verlassen können!

„Der brlv fordert von der Staatsregierung eine umgehende Abkehr vom Stellenmoratorium, eine verlässliche und vorausschauende Personalplanung sowie die Übernahme der fertig ausgebildeten Realschullehrkräfte. So kann es nicht mehr weitergehen!“, betont Babl abschließend.


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Dr. David Wawrzinek
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