Das bayerische Schulsystem: Erfolg durch Vielfalt!

Zum Start ins neue Schuljahr steht Bayern bei der Unterrichtsversorgung wesentlich besser da als andere Bundesländer: Alle Planstellen konnten besetzt werden; auf Seiteneinsteiger musste nicht zurückgegriffen werden. Die Erfahrung aus den letzten Schuljahren zeigt aber, dass die mobilen bzw. integrierten Reserven schnell aufgezehrt sind. Es gilt ein Sicherungssystem aufzubauen, das unser erfolgreiches differenziertes Schulwesen und die differenzierte Lehrerbildung bewahrt und im Bedarfsfall dynamisch reagieren lässt.

Kurzfristige Lösungen wie die Zweitqualifizierungsmaßnahmen im Grund- und Mittelschulbereich dürfen daher kein Dauerzustand werden, sondern müssen durch einen Auf- bzw. Ausbau der Lehrerreserve abgelöst werden. Michael Schwägerl, Vorsitzender des bpv und Präsident der abl, fordert: „Nur über eine vorausschauend eingeplante Unterrichtsreserve lassen sich zukünftige Mehrbedarfe oder Schwankungen des Angebots an Lehrkräften an allen Schularten ausgleichen. Ein grundsätzliches Mehr an Beamten-Planstellen erhöht die Attraktivität des Lehrberufs an allen Schularten, erleichtert die Organisierbarkeit von Schule und reduziert die Unterrichtsabdeckung über befristete Aushilfsverträge.“

Angesichts wachsender Vielfalt in unserer Gesellschaft gewinnt das differenzierte bayerische Bildungswesen noch weiter an Bedeutung. „Nur mit differenzierten Bildungsangeboten gelingt es, den individuellen Bedürfnissen jedes einzelnen Kindes gerecht zu werden und Qualität und Niveau der Bildungsangebote im Freistaat auf einem so hohen Level zu halten wie bisher“, betont Jürgen Böhm, Vorsitzender des brlv.

Hierfür ist eine differenzierte Lehrerbildung dringend erforderlich, denn nur mit Experten für die unterschiedlichen Schularten kann eine bedarfsgerechte Förderung der Schüler garantiert und die Verwässerung der unterschiedlichen Schulprofile verhindert werden. Im Mittelpunkt steht die zukünftige Lehrkraft, die den ständig wachsenden Herausforderungen gerecht werden soll und dafür entsprechend ausgebildet werden muss. Die KEG-Vorsitzende Ursula Lay fordert deshalb: „Wir brauchen eine weitere Stärkung des Ausbildungscharakters des Vorbereitungsdienstes und eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Schule und Hochschule mit mehr Praktikern an den Universitäten.“

Für die aktiven Lehrkräfte sind schließlich Fortbildungsangebote als dritte Phase der Lehrerbildung unerlässlich, um ihren Unterricht professionell und immer up to date gestalten zu können. „Wichtig ist, dass den Schulen ausreichend Fortbildungszeit eingeräumt wird“, erläutert Jürgen Wunderlich, Vorsitzender des VLB. „In Form von Fortbildungsportfolios sollen Schulen Lehrkräfte gezielt und längerfristig im Hinblick auf bestimmte Funktionen fortbilden können. Besondere Bedeutung erlangt dies in Bezug auf Themen wie Digitalisierung oder Inklusion.“ Nur mit entsprechender fachlicher Weiterentwicklung kann dem Bildungs- und Erziehungsauftrag in vollem Umfang nachgekommen und auf die unterschiedlichen Bedarfe an den einzelnen Schularten eingegangen werden.

Die Antwort auf eine steigende Vielfalt, so die Überzeugung der abl-Lehrerverbände, ist ein vielfältiges Bildungsangebot. Das differenzierte Bildungssystem in Bayern ermöglicht es jeder Schülerin und jedem Schüler, den eigenen Bildungsweg zu gehen - nicht zuletzt aufgrund der Durchlässigkeit zwischen den Schularten. Es gilt, das Profil unseres Bildungswesens weiter zu stärken und seine Qualität zu erhalten. Denn: Bildungsvielfalt schafft Zukunft!

Das Positionspapier der abl finden Sie hier

Für den Inhalt verantwortlich: Carina Bussolera, E-Mail: pressestelle@bpv.de, Tel. 089/7461630

 

Der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) gehören der Bayerische Philologenverband (bpv), der Bayerische Realschullehrerverband (brlv), die Katholische Erziehergemeinschaft in Bayern (KEG) und der Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (VLB) an. Die in der abl zusammengeschlossenen Verbände vertreten die Interessen von mehr als 50 000 Lehrkräften an allen Schularten. Präsident ist Michael Schwägerl, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes.


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