Realschullehrerverband zeigt sich erfreut über 675 Neueinstellungen

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Realschulen starten positiv ins neue Schuljahr |

Zum neuen Schuljahr werden nun 675 Lehrkräfte an den bayerischen staatlichen Realschulen neu eingestellt. Das hat das Kultusministerium bekannt gegeben. „Fast 200 Vollzeitstellen mehr als im Vorjahr – das werte ich als großen Erfolg für unsere Realschulen“, sagt Jürgen Böhm, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbands e.V. (brlv).  Da nicht alle Stellen in Vollzeit besetzt werden, gebe man rund 140 jungen Lehrkräften zusätzlich die Chance, im staatlichen Schuldienst Fuß zu fassen. „Der brlv bewertet positiv, dass der Staat als Arbeitgeber hier mit gutem Beispiel vorangeht, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen“, so Böhm. Auch die durchschnittliche Klassenstärke von 25,4 Schülern im Schuljahr 2019/2020 stimmt Böhm optimistisch, da diese Größe der langjährigen Forderung des brlv nach kleineren Klassen mit weniger als 25 Schülern immer näherkomme.

Laut Kultusministerium werden im neuen Schuljahr rund 300 Lehrkräfte als sogenannte „Integrierte Lehrerreserve“ eingesetzt, um die individuelle Förderung zu verstärken, kurzfristig auf besondere Situationen an den Schulen reagieren zu können und Unterrichtsausfälle zu vermeiden. Pro Realschule sind das rund 1,25 Stellen. „Wir fordern hier jedoch schrittweise den Ausbau dieser sinnvollen Maßnahme, dass pro staatlicher Realschule zwei Vollzeitstellen zur Verfügung stehen. Es geht darum, die pädagogische Arbeit der Kollegen vor Ort umfassend zu unterstützen, um so weiterhin einen qualitativ hochwertigen Unterricht zu gewährleisten und eventuellen Unterrichtsausfällen sinnvoll und verantwortungsbewusst begegnen zu können“, betont der brlv-Vorsitzende.

Beim Thema Digitalisierung und der Auseinandersetzung mit der digitalen Transformation sei die Realschule bereits seit vielen Jahren führend, betont Böhm. „In einer zunehmend digitalen Welt müssen junge Leute in der Schule frühzeitig den Umgang mit den entsprechenden Medien lernen, um gut auf die Berufswelt und Gesellschaft vorbereitet zu sein“, unterstreicht Böhm, der sich seit Jahren sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene konsequent für dieses Thema einsetzt. „Die Realschule braucht hier inhaltliche Anpassungen und keine anderen Strukturen wie beispielsweise eine veränderte Stundentafel“, ist Böhm überzeugt. Gemeinsam mit Experten aus den eigenen Reihen hatte der brlv in den vergangenen Monaten ein zukunftsorientiertes Konzept mit dem Ziel erarbeitet, die Unterrichtsinhalte aller Fächer unter den Anforderungen einer digitalen Umwelt aufzubereiten. „Wir wollen damit das Profil der Realschule weiter schärfen und unsere Schüler und Schülerinnen fit machen für die digitalen Veränderungen in der Wirtschafts- und Arbeitswelt“, so der brlv-Vorsitzende.

Dass zum Schuljahresanfang nur 367 Lehramtsstudenten ihr Referendariat beginnen – und damit rund 100 weniger als im Jahr zuvor, sehe der brlv mit Sorge, so Böhm. „Wir appellieren hier an alle Beteiligten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, dafür zu werben, dass sich wieder mehr junge Leute für ein Realschulstudium entscheiden. Dieses Studium eröffnet vielfältige Chancen. Wir brauchen unsere Realschullehrerinnen und Realschullehrer für eine gut funktionierende Gesellschaft. Sie müssen auch in Zukunft die Schüler gut auf die Arbeitswelt mit allen ihren Herausforderungen vorbereiten“, macht Böhm deutlich.

„Es freut uns sehr, dass zum Schuljahr 2019/2020 an 22 Realschulen zusätzlich eine ‚Erweiterte Schulleitung’ eingerichtet wurde und somit 58 Prozent aller staatlichen Realschulen von dieser Maßnahme moderner Führung und mehr Teamarbeit auf Leitungsebene profitieren“, sagt Böhm. Der brlv begrüße, wenn zukünftig an weiteren Realschulen in Bayern – auch an Schulen mit geringerer Schülerzahl – noch mehr Lehrerkollegen ihre Schulleiter bei deren Führungsaufgaben unterstützen könnten.

Als weiteres positives Signal aus dem Kultusministerium wertet Böhm, dass zu Schuljahresbeginn trotz des hohen Bedarfs für Fachlehrkräfte an den Grund-, Mittel- und Förderschulen 14 Fachlehrer an Realschulen die Arbeit aufnehmen.

Der brlv wünscht allen Lehrkräften und den rund 153.000 Schülern an den Realschulen einen guten Start in ein erfolgreiches Schuljahr 2019/2020!

(Bildnachweis: Fotolia/Marén Wischnewski)


Kategorien:
Ausbildung HPR Politik

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