Schüler in Bayern sind top in MINT-Fächern – Vorreiterrolle der Realschulen: Böhm warnt vor Qualitätsverlust der Bildung in anderen Bundesländern und fordert Stärkung der Realschule auf Bundesebene

„Die Schüler in Bayern haben in den MINT-Fächern überzeugt, darunter befinden sich natürlich auch unsere Realschüler“, freut sich Jürgen Böhm, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbands (brlv). Aktuell hat dies eine Studie des Instituts für Qualitätsentwicklung (IQB) bestätigt, die die Leistungen von Schülern in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik untersucht hat. Die Kultusminister der Länder hatten diese in Auftrag gegeben, sie wurde heute (18.10.2019) bei der Kultusministerkonferenz in Berlin vorgestellt.

„Die Realschule im Freistaat nimmt seit Jahren eine Vorreiterrolle im MINT-Bereich ein. Die ausgeprägten Kompetenzen in den naturwissenschaftlichen Fächern machen Absolventen zu begehrten Fachkräften für heimische Unternehmen. Der Bayerische Realschullehrerverband arbeitet kontinuierlich daran, die Realschulen und die regionale Wirtschaft noch enger miteinander zu vernetzen und die jungen Leute auf die Bedürfnisse der Zukunft vorzubereiten“, sagt Böhm. Mit guten Leistungen im MINT-Bereich hätten Heranwachsende gute Aussichten für ein erfolgreiches Berufsleben. „Gerade das differenzierte Schulwesen bietet hier gute Chancen, um individuelle Stärken der jungen Menschen zu erkennen und vielfältige Übergänge in berufliche Karrieren zu schaffen“, so Böhm. Die Bündnisse mit der Wirtschaft bilden die Basis für ein konstruktives Miteinander, das wir gerade im MINT-Bereich brauchen“, fordert Böhm.

Im IQB-Bildungstrend 2018 unterscheiden sich die Ergebnisse zwischen den Bundesländern zum Teil erheblich. Die bayerischen Schüler belegen in allen Kategorien einen der ersten drei Plätze im Ländervergleich. Sie haben damit die guten Ergebnisse in Mathematik und Naturwissenschaften aus dem Jahr 2012 noch weiter verbessert. In diesem Zusammenhang warnt Böhm vor der Entwicklung in anderen Bundesländern: „Die Veränderungen der Schulstrukturen haben gerade dort zu einem Abbau der Bildungsqualität geführt. Die Studie zeigt erneut, dass die Schaffung von Einheitsschulsystemen keine Lösung für die Zukunft ist. Wir brauchen eine starke Realschule in allen Ländern.“

Insgesamt hatten 44.941 Schüler der 9. Jahrgangsstufe an 1.462 Schulen (von der Förderschule bis zum Gymnasium) in Deutschland an den Vergleichstests des Instituts der Länder im vergangenen Jahr teilgenommen, in Bayern waren es 3.279 Schüler an 104 Schulen.

(Bildquelle: pixabay/Gerd Altmann)


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