„Richtiger Schritt für differenzierte Bildung“ – brlv-Vorsitzender Böhm begrüßt Ausstieg Bayerns aus Nationalem Bildungsrat

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„Auf den Nationalen Bildungsrat kann gut verzichtet werden. Wir haben ihn von Anfang an kritisch gesehen. Niemand braucht ein solches bürokratisches Monstrum“, sagt Jürgen Böhm, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbands (brlv) und des Deutschen Realschullehrerverbands (VDR). Er begrüßt den Ausstieg Bayerns aus dem Bildungsrat, den der bayerische Ministerpräsident Markus Söder am Sonntag (24.11.2019) verkündet hatte. „Bildung ist ganz klar Ländersache“, begründete Söder den Schritt. Kurz darauf folgte auch Baden-Württemberg dem bayerischen Beispiel. Bereits Ende Oktober hatte Söder mit dem Ausstieg aus dem geplanten Gremium gedroht.

„Es geht um die Qualität der Bildung und um die Zukunft der Bildung in unserem Land. Der Bildungsrat wäre ein Rückschritt in zentralistische Bildungsstrukturen, die den Menschen in Deutschland noch nie genutzt haben. Wir wollen weiterhin den Wettbewerb der Bundesländer untereinander erhalten“, betont Böhm. Er bezeichnet den Ausstieg Bayerns als „richtigen Schritt für differenzierte Bildung und die individuelle Entwicklung der jungen Menschen“. „Es geht nicht nur um die Qualität des Abiturs in Deutschland, sondern auch um die Stärke des bayerischen Realschulabschlusses“, sagt der brlv-Vorsitzende.

Aus Sicht von Experten steht das Beratergremium, das eine Idee der großen Koalition in Berlin war, nun vor dem Aus. Bestehen sollte der Bildungsrat aus Experten von Bund und Ländern, die Empfehlungen zu viel diskutierten Bildungsthemen aussprechen. Der brlv habe auch von Anfang an die Zusammensetzung und Stimmengewichtung des Bildungsrats kritisiert, so Böhm. „Es wären nur Wissenschaftler zu Wort gekommen, Lehrerverbände hätten keine Rolle gespielt.“

(Bildquelle: pixabay/geralt)


Kategorien:
Ausbildung Politik

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