Forderungen der abl zur aktuellen Lehrkräftesituation an Grund-, Mittel- und Förderschulen: „Alle Möglichkeiten für ein nachhaltiges Gesamtpaket in den Blick nehmen!“

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Die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) wendet sich geschlossen gegen die einseitigen Maßnahmen des Kultusministeriums zur Beseitigung des Lehrkräftemangels und fordert lösungsorientierte Verhandlungen. Walburga Krefting, die Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) und Vorsitzende der KEG Bayern, erneuert die Kritik an den vom Kultusministerium verfügten Ein­schränkungen für Lehrkräfte an Grund-, Mittel- und Förderschulen: „Natürlich sehen wir die Notwendigkeit die Unterrichtsversorgung sicherzustellen, ausschließlich dienstrechtliche Maßnahmen lehnen wir aber ab. Um den Lehrermangel zu beheben, sind attraktive und verlässliche Arbeitsbedingungen zentral – hervor­ragend ausgebildete Lehrkräfte brauchen Vertrauen und Planungssicherheit und dürfen nicht zum Spielball von Angebot und Nachfrage werden.“

Die Vorsitzenden der in der abl zusammenarbeitenden Lehrerverbände, Michael Schwägerl (bpv), Jürgen Böhm (brlv), Walburga Krefting (KEG) und Pankraz Männlein (VLB), sind der übereinstimmenden Meinung, dass angesichts der offenliegenden Schwierigkeiten ein umfassendes Gesamtpaket geschnürt werden muss. In Verantwortung für die Unterrichtsqualität und die Kolleginnen und Kollegen an unseren Schulen kann nur eine Kombination aus dienstrechtlichen und ressourcenschonenden organisatorischen Maßnah­men zur Lösung dieser Situation in Frage kommen, die zudem die kommenden Schuljahre in den Blick nimmt.

Die verkündeten Maßnahmen des Kultusministeriums verunsichern darüber hinaus die Kolleginnen und Kollegen anderer Schularten, die die Besorgnis und den Ärger der Kollegien in den betroffenen Schularten teilen. Einen hohen Stellenwert hat dabei die Planbarkeit des Ruhestands zum Ende eines jahrzehntelangen Dienstlebens. Sie muss weiterhin gewährleistet sein und gravierende Änderungen müssen frühzeitig kommuniziert werden. Auch und gerade in einer immer agiler werdenden Arbeitswelt sind Sicherheit und Vertrauen wichtiger denn je!

Mit einer kurzfristigen Lösung allein für das nächste Schuljahr ist es daher nicht getan. „Von Seiten der Politik muss endlich längerfristig gedacht und geplant werden. Deshalb greifen wir das Angebot des Ministers auf und bieten ihm eine Gesprächsrunde mit der abl an. In dieser schwierigen Lage wäre auch ein positives Signal an potenzielle Lehramtsstudenten, derzeit besonders für das Grund- und Mittel- und Förderschullehramt, jedoch auf lange Sicht für alle Lehrämter, dringend notwendig. Daher sollte schnellstens ein Maßnahmenkatalog für die Nachwuchsgewinnung auf den Weg gebracht werden, der geeignet ist, junge Menschen für das Lehramt zu gewinnen“, erklärt Walburga Krefting abschließend.

(Bildquelle: pixabay/Anemone123)


Kategorien:
Politik

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