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„Individuelle und differenzierte Förderung ist Aufgabe der Schulen im neuen Schuljahr – Ferienprogramme haben andere Schwerpunkte“

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„Gerade im kommenden Schuljahr brauchen wir höhere finanzielle Mittel für zusätzliches Fachpersonal an den Schulen, damit die Schülerinnen und Schüler individuell und differenziert gefördert werden können. Eine jetzt absolut sinnvolle Maßnahme ist es, in weitere Lehrerstunden zu investieren und die sogenannte ‚Integrierte Lehrerreserve’ an den Realschulen weiter aufzustocken. Damit lassen sich Klassen je nach Förderbedarf in leistungsdifferenzierte Gruppen aufteilen“, betont Jürgen Böhm, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbands (brlv). Er reagiert damit auf die Meldung des Kultusministeriums, Förderprogramme vor allem in den Sommerferien für leistungsschwächere Jugendliche einzurichten.

Bei der sogenannten „Integrierten Lehrerreserve“ handelt es sich um zusätzliche Lehrkräfte an den Schulen vor Ort. Diese werden eingesetzt, um kurzfristig auf besondere Situationen an den Schulen reagieren zu können. Der Realschullehrerverband hatte sich bereits in den vergangenen Jahren dafür eingesetzt, die Anzahl dieser zusätzlichen Lehrkräfte pro Schule zu erhöhen. Das seit Jahren angestrebte Ziel von ca. zwei zusätzlichen Lehrkräften pro Realschule müsse jetzt endlich umgesetzt werden.

„Der große Vorteil ist: Die Lehrkräfte der Integrierten Lehrerreserve kennen die Kinder bereits und können ab September viel effektiver helfen, etwaige Lernrückstände aufzuholen“, erläutert Böhm. Der brlv-Verbandschef betont, dass gerade in den Realschulen in den vergangenen Wochen hervorragende Arbeit geleistet wurde und Unterricht zu jeder Zeit stattgefunden hat.

Leider werde medial oft verzerrt dargestellt, dass im digital gestützten Distanzunterricht viele Schüler nicht erreicht wurden und extrem viele Unterrichtsstunden ausgefallen seien, was aber nicht der Realität entspreche.

„Auf keinen Fall dürfen die zur Regeneration notwendigen Ferien mit ‚Ad-hoc-Maßnahmen’ belastet werden und den Begriff ‚Nachhilfepaket’ lehne ich völlig ab. Alle Beteiligten der Schulfamilie benötigen nach den arbeitsintensiven vergangenen Wochen und Monaten nun eine wohlverdiente Pause und keine Mehraufgaben“, betont Böhm. So müssten durch die Bundesmittel innovative Bildungsanbieter und auch Start-ups gefördert werden, die in den Ferien digitale Bildungsangebote gerade aus den Erfahrungen mit dem Distanzunterricht in der Corona-Zeit an die Jugendlichen herantragen könnten.

Die Programme in den Ferien sollten nach Ansicht des brlv nicht die eventuellen Lernrückstände, sondern die soziale, sportliche und musische Erziehung in den Mittelpunkt stellen. Für das Aufholen der Lernrückstände seien die Schulen im neuen Schuljahr gefordert und dazu benötigen sie dringend die aufgestockte Integrierte Lehrerreserve, um entsprechend gezielt strukturierte, differenzierte und individuelle Angebote aufzulegen.

 

(Bildquelle: pixabay)

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Pressesprecherin
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Stephanie Neumeier
stephanie.neumeier@brlv.de